kritische Stimmen

Missverständnisse
rund um den Darmbach

Missver-ständnisse
rund um den Darmbach

Seit einigen Jahren werben wir für die Abkopplung des Darmbachs vom Abwasserkanal. Wir kämpfen dafür, ihn dort wo es geht, wieder ans Tageslicht zu holen. Wenn wir mit den Menschen in Darmstadt über das Projekt sprechen, treffen wir immer wieder auf die gleichen Missverständnisse.

Im Folgenden beantworten wir einige kritische Fragen und klären Missverständnisse auf …

das ist doch so … oder?!

Missverständnis 1

»Das ist doch ein Luxusprojekt, das sich unsere Stadt nicht leisten kann!«

Wir widersprechen:

Die Einleitung des Darmbachwassers in die Kläranlage kostet den Städtischen Haushalt zurzeit etwa 1,6 Mio. Euro/Jahr. Die Kosten entstehen jeden Tag, indem sauberes Darmbachwasser in die Kanalisation geleitet wird. Geld, das in unserer Stadt gut für wichtige Investitionsvorhaben genutzt werden könnte.

Missverständnis 2

»Der Darmbach hat kaum Wasser, wie man ja am Darmstadtium sehen kann!«

Wir widersprechen:

In der Rinne am Darmstadtium fließt bislang noch kein Bachwasser, weil der Darmbach noch nicht daran angeschlossen ist. Zeitweilig wird die Rinne derzeit mit Trinkwasser gefüllt. In der Tat fällt der Darmbach im Sommer häufig trocken, weshalb der Wiederanschluss des Meiereibachs mit geringerer aber dafür deutlich kontinuierlicherer Wasserfracht für das Offenlegungsprojekt äußerst wichtig ist.

Missverständnis 3

»Es wird keine Haushaltsersparnis erreicht, sondern es ist ein Finanztrick des Kämmerers (›Linke Tasche – Rechte Tasche‹)«

Wir widersprechen:

Die Finanzverwaltung in unserem Rathaus muss aus dem Städtischen Haushalt jährlich bis zu 2 Mio. Euro Abwassergebühren für das Einleiten sauberen Bachwassers bezahlen. Das ist Unfug!

Missverständnis 4

»Das Wasser des Darmbachs wird zum Spülen von Kanalstrecken benötigt!«

Wir widersprechen:

Das Kanalnetz von Darmstadt ist 365 km lang und nur ca. 1% davon wird mit Darmbachwasser durchflossen. Es ist auch keine kritische Stelle mit zu geringem Gefälle betroffen.

Missverständnis 5

»Es gibt keinen rechtlichen Zwang zur Abkopplung von Darmbach und Meiereibach vom Kanalnetz!«

Wir widersprechen:

Die Einleitung von Bachwasser in die Kanalisation ist nach den gültigen europäischen und deutschen Richtlinien und Gesetzen sehr fragwürdig und wird von juristischen Experten kontrovers diskutiert.

Missverständnis 6

»Wasserführende Rinnen in der Stadt sind gefährlich!«

Wir widersprechen:

In vielen Städten dieser Welt sind vergleichbare Rinnen bestens akzeptiert und beliebte Treffpunkte – allerdings nur, wenn darin auch Wasser fließt. Über Unfälle an der Rinne am Darmstadtium hat die örtliche Presse groß berichtet und stark dramatisiert; über den tatsächlichen Unfallhergang ist aber wenig bekannt. Gut, dass dies der Vergangenheit angehört.

Alle Gesichtspunkte der Nachhaltigkeit zeigen eine positive Bilanz. Die Offenlegung des Darmbachs vom Woog bis zum Tiefen See – eine Chance für Darmstadt.